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BeitragVerfasst: Fr 5. Sep 2014, 14:28 
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Registriert: Sa 31. Aug 2013, 03:36
Beiträge: 4
Wohnort: Düren
Wie ich auf Fotos gesehen habe, besitzt auch Gery dieses Messgerät zur Beurteilung von Kondensatoren und im Netz findet man viele positive Beurteilungen über dieses rund 200.-€ teure Messgerät. Klar, im Zweifelsfalle sollten wir immer die Cs an unseren alten Schätzchen wechseln, aber dennoch ist es sicherlich nicht immer notwendig.
Nach welchen Werten bezüglich äquivalentem Widerstand und Qualitätsfaktor sollte man sich richten? Gibt es Faustregeln, die durch Erfahrung entstanden sind?
Ich habe mir dieses 2170 gekauft und und bin natürlich noch komplett in der Testphase. Deshalb würde ich mich sehr freuen, von Euren ESR-Messerfahrungen zu lesen.
Danke & Gruß
Tilo

_________________
Man konnte früher zwischen Föhren und Kiefern Hirsche röhren hören. Doch Röhrentechnik ging verloren, längst haben Hirsche Transistoren.


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BeitragVerfasst: Mo 8. Sep 2014, 08:34 
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Administrator
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Registriert: Mo 26. Aug 2013, 16:26
Beiträge: 488
Wohnort: 67304 Eisenberg/Pfalz
Hallo Tilo,

schön das Du jetzt auch so ein zuverlässiges Gerät erworben hast. Nun es ist ja für sehr viele Anwendungsbereiche brauchbar. So kann man Kapazitäten z.B. Drehkondensator und bei HF-Spulen die Induktivität ausmessen und nach deren Werten Spulen neu wickeln oder passende Drehkondensatoren selektieren. Der ESR - Wert ist eine grobe Angabe ob der Kondensator noch fit ist.

Es müssen neben dem ESR Wert auch noch der Isolationswiderstand geprüft werden, dann ist die Messung komplett. Ich benutze die ESR Messung hauptsächlich um Elektrolytkondensatoren zu checken. Diese sind in der modernen Technik die Schwachstelle überhaupt. So ist das zu 95% der Hauptgrund warum Schaltnetzteile ausfallen. Zur Überprüfung muss dann auch meist der Prüfling nicht ausgelötet werden.

Infos hierzu: http://jianghai-europe.com/wp-content/u ... er_AAL.pdf

Hier kann man vergleichen: http://ds.murata.com/software/simsurfin ... index.html

Eine Liste für Vergleichsmessungen habe ich mir noch nicht angefertigt. Ich nehme mir immer einen neuen Kondensator zur Hand wenn ich mir nicht sicher bin und vergleiche. Unsere alten Röhris laufen auch mit verminderten ESR Werten noch recht gut. Da die Papierkondensatoren Hydroskopisch sind empfiehlt es sich hier unbedingt noch eine etwas über Nennspannung angegebene Widerstandsmessung durch zu führen. Am effektivsten sind kompletter Austausch dieser Bauteile. Wenn das Gerät allerdings immer in einer trockenen Wohnung und öfters mal in Betrieb ist, so können auch diese Papierkondensatoren noch weiterhin funktionieren. Hier laufen einige Geräte die noch original bestückt sind. Diese sollten dann allerdings immer unter Aufsicht betrieben werden. Selbst restaurierte 30er Geräte können durch die Alterung der Isolation des Netztrafos zu unangenehmen Überraschungen sorgen.

Man könnte so eine Tabelle mit Vergleichswerten erstellen und hier rein stellen. Da werde ich mir unten in der Werkstatt mal einige Messungen durch führen und protokollieren. Allerdings immer mit der gleichen Frequenz messen!

_________________
Viele Grüße aus der Pfalz
Gery
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BeitragVerfasst: So 14. Sep 2014, 11:04 
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Registriert: Di 31. Dez 2013, 22:58
Beiträge: 59
Wohnort: Mecklenburg- Vorpommern
In "Elektronik- Kompendium" ist eine Tabelle mit Anhaltswerten, sowie ein Hinweis für die Messung, hier.

Für sehr alte Geräte -Röhrenradios- dürfte sich die Messung normalerweise erübrigen- diese benötigen sicher keinen besonders geringen ESR.

Eine Aufstellung der Meßwerte einiger Exemplare der Röhrenzeit:
- neu, heutige Fertigung
- ungebrauchte Lagerware (NOS)
- Alt mit guten Werten
- Alt mit schlechten Werten,
mit den üblichen Angaben, vor allem Altersangabe, wäre dennoch interessant- vielleicht ist anhand des ESR- Wertes tatsächlich eine Beurteilung möglich.


Bei Papierkondensatoren sollte es keine Diskussion mehr geben- eine fachgerechte Restauration bedeutet die Herstellung nahe des fabrikmäßigen Zustandes. Das geht mit 50 und mehr Jahre alten Papierkondis nicht- die haben einen meßbaren Nebenschlußwiderstand weit unterhalb der Toleranz, damit ist es faktisch eine Kondensator/ Widerstands- Parallelschaltung, und eine solche hat ganz andere Eigenschaften als ein Kondensator allein.
Dies ist nicht vorgesehen, sonst hätte man das im Schaltplan so gezeichnet.

Zu der Problematik bitte auch hier und hier (hier sind Anhaltswerte) schauen.

_________________
Olaf (Edi)

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