Technikforum

Das Forum für Freunde alter und neuer Technik. Von der Röhre bis zum Mikrochip.
Aktuelle Zeit: Mo 25. Jun 2018, 20:48

Alle Zeiten sind UTC+01:00




Ein neues Thema erstellen  Auf das Thema antworten  [ 6 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Batterietruhenradio von 1926?
BeitragVerfasst: Fr 10. Jan 2014, 12:44 
Offline
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: Mo 26. Aug 2013, 16:26
Beiträge: 486
Wohnort: 67269 Grünstadt/Pfalz
Selbst nach sehr langer Suche, in allen so möglichen Internetquellen, habe ich immer noch keine Ahnung was das für ein Radio ist. Aufkleber oder Typenschild keines Vorhanden.
Auf einer Röhre kann man noch RE 134 lesen. Insgesamt besteht das Radio aus 5 Röhren. Rechts die 2 Röhren fehlen, sonst kann ich nichts mehr an Typenbezeichnung der anderen erkennen. Die Spulen wurden von Körting hergestellt. Ich finde das Radio so schön, das ich da bei einer Auktion einigen Zaster geboten hatte.
Nun das ist jetzt schon einige Zeit her und ich habe dieses schöne Gerät immer noch in meinem Besitz.
Von Edi kam diese sehr interessante Antwort:
Edi Verfasst: Fr Aug 13, 2010 22:10 hat geschrieben:
Ich hoffe, die Anfrage ist nicht, um einen Wert für Bucht- Weiterverkauf zu ermitteln... Sowas gehört restauriert- optisch und vor allem auch technisch.

3 Kreise, separat abgestimmt (!)- meist noch Antennenkopplung, dazu Rückkopplung, evtl. Neutralisation, das ist Radioempfang pur- wie die ersten Motorräder, mit Riemenkupplung, Bürstenvergaser und Hand- Gas- Regulierhebel im (!) Tank, außenliegenden und außengeschmierten Ventilfedern- und Hebeln, Dekompressionsventil und Handschalthebel.

Ein Laie kriegt da keinen Ton raus, nur der Besitzer kriegt das hin, und mit Ergebnissen, die sich heute noch sehen lassen können... eine sehr sorgfältig eingestellte Abstimmung nebst Rückkopplung und Neutralisation kann eine hervorragende Durchlaßkurve und äußerst trennscharfen Empfang ermöglichen. Ein Superhet mußte früher aufgrund der physikalischen Eigenschaften der Drehkondensatoren immer mit einem Kompromiß bei der Abstimmung leben... nur an 2 Punkten war der Gleichlauf exakt übereinstimmend. Die separate Abstimmung dreier Kreise benötigt Fingerspitzengefühl, ermöglicht jedoch eine maximale Einstellung auf eine Frequenz. Diese Einstellorgie muß natürlich für jede andere Frequenz wiederholt werden...

Spiegelfrequenzen und aufgrund eines Oszillators erzeugte) Interferenzen, und die damit verbundenen Störungen, wie Interferenzpfeifen und Hintergrundgebrabbel eines auf der Spiegelfrequenz arbeitenden Senders... kennen 3- Kreiser nicht.

Da ist der Bediener noch Chef im Maschinenraum- der einzige, der das bedienen kann und darf...
Käpt'n Kirk braucht 105% Leistung, der Bordingenieur des Schwesterschiff schafft 108, Scotty justiert noch etwas an den Dilithiumkristallen- und schafft 115%... (Science Fiction- Serie "Star Trek")

:D

Edi


Dateianhänge:
Bild1.jpg
Bild1.jpg [ 25.67 KiB | 10534 mal betrachtet ]
Bild2.jpg
Bild2.jpg [ 29.8 KiB | 10534 mal betrachtet ]
Bild3.jpg
Bild3.jpg [ 42.56 KiB | 10534 mal betrachtet ]
Bild4.jpg
Bild4.jpg [ 39.89 KiB | 10534 mal betrachtet ]
Bild5.jpg
Bild5.jpg [ 37.32 KiB | 10534 mal betrachtet ]
Bild6.jpg
Bild6.jpg [ 31.53 KiB | 10534 mal betrachtet ]
Bild7.jpg
Bild7.jpg [ 25.93 KiB | 10534 mal betrachtet ]
Bild8.jpg
Bild8.jpg [ 22.01 KiB | 10534 mal betrachtet ]

_________________
Viele Grüße aus der Pfalz
Gery
----------------------------------------------------------------------
Bei Fragen zu Reparaturen und Restaurationen einfach melden
Forenzeitangaben sind in UTC Coordinated Universal Time!
Nach oben
   
 Betreff des Beitrags: Re: Batterietruhenradio von 1926?
BeitragVerfasst: Fr 10. Jan 2014, 17:59 
Offline

Registriert: Di 31. Dez 2013, 22:58
Beiträge: 59
Wohnort: Mecklenburg- Vorpommern
Zitat:
...habe ich immer noch keine Ahnung was das für ein Radio ist.

Steht doch da:
Zitat:
3 Kreise, separat abgestimmt...

Also ein Dreikreiser.

Ich sehe 2 NF- Stufen, trafogekoppelt.

Zitat:
Selbst nach sehr langer Suche, in allen so möglichen Internetquellen...

Wirklich alle ?
;)
In der bekanntesten Quelle gibt es nämlich einen Hinweis.
Zusammen mit Ihrer Angabe, daß die Spulen von Körting sind, und dem sichtbaren Körting- Aufdruck auf den NF- Trafos kann man eine Schlußfolgerung ziehen:
Eine größere Anzahl wichtiger Teile stammen von einem Hersteller. Wenn dieser sich nicht mit einem Typenschild o. ä. verewigt hat, liegt es nahe, daß es ein Bausatz- Gerät ist.
Tatsächlich gab es Körting- Bausätze, bei rmorg finden Sie den netzbetriebenen DR 3872/L.

Die Ähnlichkeit ist nicht groß, aber es kann durchaus einen Körting- Dreikreiser- Bausatz gegeben haben, oder eine andere Firma bot ihn an, mit Körting- Teilen.
Ich habe einen Katalog im Internet gefunden, da werden diese Trafos und einige andere Teile angeboten.

Manche Hersteller bauten Geräte genau wie Bausätze. Der Unterschied war oft nur das Logo oder Typenschild.
In den späten 20ern bis Mitte 30er war der Radio- Eigenbau ein weitverbreitetes Hobby, die alten funktechnischen Hefte bei Rainer Fredel zeigen Hunderte Beispiele. Die Amis haben einen Kult darum gemacht.

Manchmal wurden Bausätze aufgrund eines Heft- Artikels erst zu einem Bausatz, die Redaktionen stellten einen Teilesatz üblicher Hersteller zusammen, Radioläden kauften sich das Teileset zusammen, und boten es als "Funk- Heft soundso... Dreikreiser- Bausatz" an.

Die aufwendige Schirmung zweier HF- Stufen, die sauberen Ausschnitte, sowie der platzsparende Aufbau lassen auch an eine industrielle Vorentwicklung denken, sowie an einen Verkauf vorgefertigter Schirmbleche, eben in einem Bausatz.
Muß aber nicht, ich habe auf meiner Seite eine ähnliche Konstruktion, aber Eigenbau.

Ich finde es interessant nach sowas zu forschen, ich habe auch schon einige Entdeckungen gemacht... nicht weltbewegend, aber für mich eben interessant, auch das Drumherum um die alten Radios zu beleuchten.

_________________
Olaf (Edi)

Private u. Band- Homepage:
http://www.greencaravan.de
Elektronik Homepage, Restauration historischer Funktechnik
http://www.edi-mv.de
Forum:
http://www.greencaravan.de/cgi-bin/ediforum/ediforum.pl
Tiere- Homepage:
http://www.tiere-dobbertin.de


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags: Re: Batterietruhenradio von 1926?
BeitragVerfasst: Fr 10. Jan 2014, 20:16 
Offline
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: Mo 26. Aug 2013, 16:26
Beiträge: 486
Wohnort: 67269 Grünstadt/Pfalz
Hallo Edi, diesen Beitrag wollte ich nur aus einem bestimmten Forum retten. Deine Antwort war da die beste, deswegen habe ich sie hier eingefügt.

_________________
Viele Grüße aus der Pfalz
Gery
----------------------------------------------------------------------
Bei Fragen zu Reparaturen und Restaurationen einfach melden
Forenzeitangaben sind in UTC Coordinated Universal Time!


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags: Re: Batterietruhenradio von 1926?
BeitragVerfasst: Fr 10. Jan 2014, 21:55 
Offline

Registriert: Di 31. Dez 2013, 22:58
Beiträge: 59
Wohnort: Mecklenburg- Vorpommern
Das ließ sich nicht herauslesen. Das Zitat ist ja keine direkte Antwort... ich weiß nicht, ob ich da mehr geschrieben habe.

Haben Sie weitere Quellen gefunden ? Ist das Radio inzwischen restauriert ? Oder spielt es auch so noch ?
Da ist ja wenig an kritischen Teilen drin, keine Teerkondensatoren, also keine Wechselorgie.
Vielleicht neue Röhren, die bekommt man alle. Sind meist nicht übermäßig teuer. Nötigenfalls nimmt man die Äquivalenztypen, die keiner kennt, z. B. von Valvo.
So ein Gerät sollte man gut zum Funktionieren bekommen können.

_________________
Olaf (Edi)

Private u. Band- Homepage:
http://www.greencaravan.de
Elektronik Homepage, Restauration historischer Funktechnik
http://www.edi-mv.de
Forum:
http://www.greencaravan.de/cgi-bin/ediforum/ediforum.pl
Tiere- Homepage:
http://www.tiere-dobbertin.de


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags: Re: Batterietruhenradio von 1926?
BeitragVerfasst: Sa 11. Jan 2014, 17:13 
Offline
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: Mo 26. Aug 2013, 16:26
Beiträge: 486
Wohnort: 67269 Grünstadt/Pfalz
Hallo Edi,
nein ich habe da noch nichts gemacht. Das ist das einzige Radio das nur als Schauobjekt auf dem Schrank steht. Wenn sie mal rechts im Radio schauen, werden sie feststellen das dort 2 Röhren fehlen. Ob die restlichen Röhren funktionieren, kann ich mit meinem Röhrenprüfgerät nicht feststellen da die notwendigen Fassungen fehlen. Leider habe ich keine Ahnung mit welchen Spannungen es betrieben wird.

_________________
Viele Grüße aus der Pfalz
Gery
----------------------------------------------------------------------
Bei Fragen zu Reparaturen und Restaurationen einfach melden
Forenzeitangaben sind in UTC Coordinated Universal Time!


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags: Re: Batterietruhenradio von 1926?
BeitragVerfasst: Sa 11. Jan 2014, 19:09 
Offline

Registriert: Di 31. Dez 2013, 22:58
Beiträge: 59
Wohnort: Mecklenburg- Vorpommern
Gery.... fragen Sie... und Sie werden geholfen...

Die Auswahl an Röhren dürfte nicht so groß sein.
Ein Schaltplan wäre nützlich. Der sollte machbar sein, es sind nur 4- Pol- Fassungen, also nur Direktheizer- Trioden drin. Erst mal einen genauen (genauen !) Verdrahtungsplan... den Schaltplan kriegt man schon aufgedröselt.

Die RE134, die Sie vorfanden, müßte eigentlich auf dem letzten NF- Platz sitzen. Die arbeitet normal auf einen Lautsprecher, so einen Trichterlautsprecher, natürlich geht auch Freischwinger oder ein Lautsprecher mit AÜ, der Trafo müßte allerdings eine recht hohe Impedanz haben.

Mögliche Gesamtröhrenbestückung (Vorschläge):
RE074 (1. HF),
RE074 (2. HF),
RE084 oder die Vorläufer RE046 oder RE 112 oder RE144 (AUdion)
RE084 (1. NF)
RE134 (Endstufe)

(Zitat aus RE074 Datenblatt: "Die RE074 in Hoch- oder Niederfrequenzverstärkerstufen wird zweckmäßig mit RE084 als Audion und RE134 in der Endstufe kombiniert".

Es können natürlich die Vorläufertypen, oder tungsram- oder Valvo- Paralleltypen drauf sein/ verwendet werden.

Die Anodenbatterien dieser Zeit hatten 90- 120 V.
Auch die Datenblatter sagen: RE074: 60-120 V RE084: 80-150 V, RE134: Ua 100 V bei Ug1 = -12 V.

Woher die Anodenspannung ? Netzteil oder 11 Stück 9 V- Batterien. So teuer sind die nicht, und halten lange.
Evtl. eine Gitterbatterie. 9 V wäre für eine Ua von etwa 80 V für die RE134 ok, 12 V eben für 100 V Ua.
Heizung natürlich alle 4 V.
2 V- Akkus gibt es sogar noch bei Conrad, aber sind nicht billig. Genau richtig für K- Röhren, 2 Stück für RE- Röhren.

Edit: Gibt`s bei Reichelt preiswert, ab 7 Eu, und auch bei vielen Modellbau- Anbietern, sorry, als ich das letzte Mal gesucht habe... lange her, da gab`s nur so einen teuren Block.

Also der Dreikreiser kann bestückt und mit Strom versorgt werden.

Die Bestückung ist nicht superkritisch, Da kann man durchaus gegeneinander tauschen, da lohnt es sich, zu probieren.
Zudem kann man (wenn Gitterbatterieanschluß vorhanden) mit der Gitterbatterie- Spannung experimentieren.

Los ran, Gery, Lampen anschleppen und raufpieken!

_________________
Olaf (Edi)

Private u. Band- Homepage:
http://www.greencaravan.de
Elektronik Homepage, Restauration historischer Funktechnik
http://www.edi-mv.de
Forum:
http://www.greencaravan.de/cgi-bin/ediforum/ediforum.pl
Tiere- Homepage:
http://www.tiere-dobbertin.de


Nach oben
   
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen  Auf das Thema antworten  [ 6 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC+01:00


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Limited
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de