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BeitragVerfasst: Sa 1. Feb 2014, 11:42 
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Defektteile... rrrraus ! Neue Röhren, Kondensatorkur und Co.

Bevor sich ein Hobbyreparateur- oder Restaurator an die Optimierung mittels Abgleich macht, sollte das Gerät überhaupt erst einmal fit dafür sein.
Dazu gehört das Reinigen von Kontakten, sowie das Austauschen verbrauchter und verschlissener Teile.

1. Röhren
Bei Röhren ist normalerweise eine einfache Emissionsprüfung angesagt.
Die können die wenigsten Bastler durchführen, die Röhrenprüfgeräte werden noch recht teuer gehandelt- wer sein Hobby weiter, und gründlicher betreiben will, sollte über die Anschaffung jedoch schon nachdenken.

Wer die Möglichkeit nicht hat, kann es mit dem vorhandenen Röhrensatz versuchen, evtl. mit Ersatzröhren.
Auch eine Möglichkeit ist, einen Satz unbenutzter Röhren, aus alten Lagerbeständen("NOS"), zu erwerben (Ebay, oder andere bekannt gute, vertrauenswürdige Anbieter),
Das ist gelegentlich mit einem überschaubaren Preis machbar. Ich persönlich gab nur sehr selten mehr als 30.- Eu für EINE Röhre aus. Ich habe schon einige Geräte komplett neubestückt.
Das gewährleistet einen neuen Röhrensatz, mit dem ein altes Gerät durchaus 100% Leistung wiedererreichen kann, sowie lange Freude an dem "neuen" Radio.

Auf jeden Fall Pflicht: Reinigung der Röhrenstifte und der Kontakte einiger Typen Röhrenfassungen, speziell "Topfsockel" (A- und C- Röhren der 30er), sowie Stahlröhrensockel. Bei modernen Novalröhren kann man gut die Stifte reinigen.
Geht gut mit sehr feinem Schleifpapier.

2. Kontakte
Kontakte an Wellenschaltern sind eine andere Sache, über die noch ein Artikel hier eingestellt wird, jetzt nur soviel:
Geeignete, dafür ausgeschriebene Mittel, unbedingt nach Herstellervorschrift, und sehr SPARSAM angewandt, keinesfalls Ebay- Angebote "Wellenschalteröl".
Bei älteren Geräten kann man auch Waffenöl "Ballistol" oder WD40 anwenden, aber nur SPARSAM.

3. Kondensatoren
Dann... die "Große Kondensator- Kur".Im Moment gerade wieder in mehreren Foren diskutiert.
Austausch ALLER Kondensatoren, Papierkondensatoren, der "bösen Typen", insbesondere Teer- und Wachs- vergossene Kondensatoren, auch die alten WIMA Durolyt.

Meine Meinung als Fachmann: Da gibt es nichts zu diskutieren.
Bauelemente, die weit außer Toleranz sind- sind unbrauchbar- und für die Tonne.
Es gibt Angaben des Herstellers, werden die nicht eingehalten-> Defektteil. Punkt.
!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


Ich präzisiere mal, mit Angaben eines Herstellers:
Papierkondensatoren dürfen einen Isolationswiderstand von größer/ gleich 20 x 103 MegOhm haben. (20 GigaOhm) haben.
Ich fand noch keinen altren Papierkondensator, der diesen Wert schaffte.

Kunstfolien- Kondensatoren dürfen einen Isolationswiderstand von größer/ gleich 0,5 x 106 MegOhm (500 GigaOhm) haben, das ist sehr viel.
Das schaffen Kunstflienkondensatoren in der Regel jedoch locker.
(Angaben aus der Zeitschrift "Funk- Technik", Heft 17/ 1952)


@Radiodoktor stellte hier schon gute und "böse Kondensatoren" vor.

Hier finden Sie weitere, ausführliche Informationen (Menü rechte Seite).

Die meisten Bastler und Hobbyreparateure/ -Restaurateure können hohe Widerstandswerte nicht messen.
Egal- Papierkondensatoren werden komplett durchgetauscht, gut is.

Übrigens haben Teile ja Funktionen, defekte und "halbdefekte" Teile beeinträchtigen diese Funktionen, und das mit der Zeit immer mehr.
Das kann man meßmäßig nachweisen/ beurteilen, auch dazu wird ein Artikel hier eingestellt werden.

Fazit:
Die alten Papierkondensatoren haben 50- 90 Jahre auf`m Wickel, da ist einfach die Uhr abgelaufen.


Wichtiges Detail: Wenn ein Gerät noch einige einigermaßene Restfunktion hat: Einen Kondensator wechseln, dann das Gerät testen, denn den nächsten Kondensator !
Das vermeidet Fehl- Anlötungen, und damit Fehlschaltungen, wenn man gleich mehrere -oder alle- Kondensatoren entfernt, und neue einlötet. Ich bekomme gelegentlich Geräte mit selbsteingebauten Fehlern dieser Art auf den Tisch.
Auch ich als Profi arbeite so, wie beschrieben.

Natürlich muß niemand den vorstehenden Empfehlungen folgen- aber wer gut arbeiten möchte, sollte die Restaurationsschritte einhalten.
Auch Reparateure/ Restaurateure anderer Sparten (Auto, Möbel) haben ihre Vorgehensweisen.

Nach den drei beschriebenen Schritten sollte ein Radio, so alle Funktionen wiederhergestellt sind, bereit sein für den Abgleich.

_________________
Olaf (Edi)

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Zuletzt geändert von Edi am So 2. Mär 2014, 12:26, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mo 3. Feb 2014, 12:18 
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Registriert: So 3. Nov 2013, 15:54
Beiträge: 88
Hallo Radiofreunde und Neuanfänger

Olaf hat ja alles sehr präzise und fachgerecht erzählt , ich gehe genauso vor bei Reparaturen . Wenn erst ein Fehler eingebaut ist , wird es selbst für Fachleute für uns schwer den Fehler schnell zu finden . Hatte letztens erst ein Mende W 225 wo schon Teile ausgebaut waren . Durch improvisieren habe ich dann das Gerät zum laufen bekommen , allerdings war eine ganze Hf Stufe ohne Funktion und die Antenne wirkte überhaupt nicht . Da es ein 2 Kreis Empfänger wär hatte ich so gut wie kein Empfang . Nach langem Messen habe ich dann festgestellt das man den Antenneneingangs Differenzial Drehko falsch angeschlossen hatte , somit ging die Antennenspannung über 800 pf an Masse , war also ohmmässig nicht zu messen . Nach richtigen Anschluss wieder hatte die Stufe wieder Funktion . Nach dem Austausch der Kondensatoren und reinigen des Wellenschalters und der Röhrensockel hat das Gerät wieder gute Leistung

Ich probiere ein neu erworbenes Gerät mit Vorschaltlampe aus , wenn es spielt sollte man jeden Kondensator einzeln auswechselt das kann ich auch nur raten . Fast nach jedem schlechten Kondensator wird das Gerät stückweise besser und man kommt zum Ziel , ein betriebssicheres und für den Dauerbetrieb geeignetes Gerät .

Besondere Vorsicht ist geboten wenn das Netzkabel hart und brüchig wird , in jedem Fall austauschen und gut und fest verlöten , am besten umbiegen in den Ösen damit es sich nicht am Anschluss löst und schlimmstenfalls das Chassis unter Strom setzt .

Also sorgfältig vorgehen bei der Restauration , gerne darf hier gefragt werden

Beste Grüsse
Radiodoktor

Danke Olaf für Deinen umfassenden Bericht hier ..


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BeitragVerfasst: Sa 11. Okt 2014, 21:55 
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Registriert: So 5. Okt 2014, 20:24
Beiträge: 164
Sehr guter Beitrag Edi,

gerade für Anfänger wie mich obwohl das ganze mittlerweile ja wohl schon zu einer Glaubensfrage mutiert.

Meine Meinung: Alltagsgebrauch und Funktion vor Originalität!

Wie ist die Meinung anderer User dazu?

_________________
Freundliche Grüße
und
guten Empfang
Hennes

Guten Empfang gibt es nur mit genügend Lötzinn auf der Rolle!


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BeitragVerfasst: So 12. Okt 2014, 17:11 
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Beiträge: 484
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Super geschrieben Olaf, habe es gleich mal als erstes angepingt.

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Viele Grüße aus der Pfalz
Gery
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BeitragVerfasst: Fr 17. Okt 2014, 20:18 
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Registriert: Di 31. Dez 2013, 22:58
Beiträge: 59
Wohnort: Mecklenburg- Vorpommern
Zitat:
...obwohl das ganze mittlerweile ja wohl schon zu einer Glaubensfrage mutiert.
Wie ist die Meinung anderer User dazu?


Wollen Sie die Glaubensdiskussion wieder aufrühren ?

Fakt ist, daß die Bauteile defekt sind, und das ist meßmäßig eindeutig nachweisbar.
Es gibt kaum noch Gegenstimmen zur Generalkur, nur gelegentlich Beifall, wenn mal einer schreibt, daß er nicht gleich alles wechselt.
Das kann und darf jeder halten, wie er möchte.

Zu einer fachgerechten Restauration eines sehr alten Radios gehört die Kondensator- Generalkur einfach dazu- alles andere ist nur behelfsmäßiges zum- Spielen- bringen.

Wer einen 50-90 Jahre alten Automotor repariert, muß auch:
Kurbelwelle demontieren, überschleifen, Weichmetall- Kurbelwellenlager austauschen, die Lagerschalen schaben, bis keine Tragstellen mehr sichtbar sind. Oder wälzgelagerte Wellen mit neuen Rollen versehen, Welle und Außenring schleifen.
Zylinder honen, Übermaßkolben rein, neue Kolbenringe, Lagerbuchse im Pleuel wechseln.
Ventilführungen wechseln, Ventilsitze ausbauen und schleifen (Hartstahl) oder mit Konus ausreiben (Guß), Ventile überschleifen, die Ventilsitze mit Schleifpaste dichtschleifen.
Das nur einige Punkte.
Einen nicht beachtet... Minderleistung, Ausfall.
Auch hier gilt: Nicht alles gemacht- keine Restauration.

Es gibt einige "Hardcore- Fanatiker", die möchten die Funktion eines Papierkondensators mit Papier erfüllt haben.
Da wäre eigentlich ein Neubau eines Kondensators angesagt.
Das wird kaum gehen.
In RMorg haben einige Restaurateure erfolgreich versucht, Kondensatoren "auszukochen", im Lauf der Jahrzehnte eingedrungene Feuchtigkeit zu entfernen.
Aber die Arbeit, sauberes Auslöten, ohne die Drähte zu beschädigen, die Sauerei... die Frau des Hauses wird es wohl auch übelnehmen, wenn Herd oder Mikrowelle verorzt sind...
Man stelle sich das bei einer Sammlung einiger ...zig Geräte vor...

Es gibt eine Lösung: Moderne Kondensatoren in ein altes Gehäuse, das "Abtarnen", oder auch das "Nachempfinden" alter Bauformen.
Das erfüllt die einstigen Forderungen der Entwickler, gewährleistet Leistungsfähigkeit und Betriebssicherheit, und ist wohl noch die beste Methode, selbiges mache ich so. Und zwar ALLE kritischen Papierkondensatoren.

Allerdings mache ich dies nur bei Vorkriegs- Radios.

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Olaf (Edi)

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Zuletzt geändert von Edi am Sa 18. Okt 2014, 08:35, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Fr 17. Okt 2014, 21:07 
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Registriert: So 5. Okt 2014, 20:24
Beiträge: 164
Edi hat geschrieben:
Zitat:
...obwohl das ganze mittlerweile ja wohl schon zu einer Glaubensfrage mutiert.
Wie ist die Meinung anderer User dazu?


Wollen Sie die Glaubensdiskussion wieder aufrühren ?

Allerdings mache ich dies nur bei Vorkriegs- Radios.

Edi Sie dürfen mich duzen und nein nicht aufrühren nur hinterfragen denn davon leben Foren nun mal.

Warum nur bei Vorkriegs Radios?

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Freundliche Grüße
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BeitragVerfasst: Sa 18. Okt 2014, 07:22 
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Registriert: Di 31. Dez 2013, 22:58
Beiträge: 59
Wohnort: Mecklenburg- Vorpommern
Zitat:
Warum nur bei Vorkriegs Radios?

Das sind Museumsstücke von technischem Wert.
(Ich meine nicht Ebay- mäßige "Wertvorstellungen"...)

Bei ganz alten, teils offenen Radios, Blockkondensator- Sammlungen auf der Chassis- Oberseite, usw. sind die originalen Kondensatoren ja "öffentlich", da möchte ich natürlich nicht die Ansicht verschandeln. Die alten Gehäuse werden mit modernen Kondensatoren passender Werte neu befüllt. Ich vermerke auf dem Bauelement das "Neu- Datum", das sollte sein.

Das nenne ich "museumsgerechte Restauration".

Aber bei den Großseriengeräten der Vorkriegszeit sind auch oft eine große Zahl Papierkondensatoren als Massenware verbaut, schon bei Ausbau gehen viele an den Anschlüssen kaputt... da war meine Idee, Kondensatoren im originalen Stil nachzuempfinden, und solche "Stilnachbauten" einzusetzen.
Es muß so aussehen, als ob der Hersteller dies so abgesegnet hätte, also alte Bauform und Größe, alte Schriftart der Bedruckung, aber ich realisiere meine eigene Farbzusammenstellung und Logo auf dem alten Bauelement, als "Kennzeichen des Restaurateurs".
Blockkondensatoren, die ich neu befüllt habe, bekommen ebenfalls mein Etikett, wird einfach aufgeklebt.

Das Neu- Datum" gehört auch auf ein eigenerstelltes Etikett.

Das nenne ich "individualisierte Restauration".

Übrigens: Radios haben auch mit eingewechselten Bauelementen, die im Laufe der Jahrzehnte, oder heutzutage, anläßlich einer Restauration, hineinkamen, und auch mit An- und Umbauten, eine Geschichte.

Für mich ist wichtig, das die technische Seite erfüllt ist, im Schaltplan steht immer ein Kondensator, kein "Bauelement mit Reststrom" oder "Bauelement mit Nebenschlußwiderstand", also keine "RC- Kombination", die ganz andere Eigenschaften hat, als der Hersteller einst vorsah.
Das wird von den "Nicht-alles-Wechslern" vergessen.
Kondensatoren als Abblockkondensatoren bilden mit ihrer Bauelemente- Umgebung, also den umgebenden Widerständen, auch Röhren Ein- und Ausgangswiderständen, sowie anderen Bauelementen, oft einen Hoch-, Band- oder Tiefpaß, der eine Frequenzabhängigkeit bewirkt, das langsame Unbrauchbarwerden alter Kondensatoren bewirkt über die Jahrzehnte eine stetige Veränderung, und damit eine schleichende Leistungsverschlechterung.

Durch einen Ersatz, optisch originalgetreu, museumsgerecht, oder individualisiert, nach der "Edi- Methode" ist die technische Seite 100%ig erfüllt, und die optische Ansicht ist original oder zeitgemäß.
Und der schöne Effekt: Viele Radios haben nach der "Großen Kondensatorkur" eine erstaunliche Leistung.

Siehe dazu meine Seiten hier. (Auswahlmenü rechts)

Ich hoffe, meine Ausführungen waren nicht zu lang...
:D

Was ein Kondensator anrichten kann... finden Sie hier.
Viel Spaß beil Lesen !

Ein schönes Wochenende wünscht
Edi

Bild
"Edi- Kondis"

Bild
Vorher

Bild
Nachher

Bild
Etikett auf neubefülltem Blockkondensator

Bild
Etikett auf neubefülltem Blockkondensator

Bild
Etiketten nach Original- Vorlage, STR, NSF, Mende, Siemens & Halske sind "Blüten" = "Edi- Fälschungen". :D
Gelb, blaue Seitenstreifen: Siemens (Siemens, SABA und NORA- Geräte)
Gleiche Bauform und Größe wie Siemens, aber schwarz mit grünen Seitenstreifen: "Edi- Kondensatoren".
Blau mit orange Seitenstreifen: Habe ich für einen anderen Restaurator angefertigt.
Schwarz mit goldenen Seitenstreifen: Habe ich für einen anderes Forum entworfen.

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BeitragVerfasst: Sa 18. Okt 2014, 13:46 
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Registriert: So 5. Okt 2014, 20:24
Beiträge: 164
Hallo Edi,

bleiben wir halt beim Sie, ist auch OK!

Ihre Homepage kenne ich natürlich und das sind wirklich tolle Restaurationen die Sie dort zeigen und machen. Der Bericht war nicht zu lang und gut zu lesen auch für einen Anfänger wie mich und logischerweise stimme ich voll zu alle schlechten Kondis zu wechseln.

Für mich selbst käme es nicht in Frage die neuen Kondis zu tarnen da ich auch nur Nachkriegsgeräte der 50er Jahre sammel.

Für mich zählt dabei Alltagstauglichkeit und Sicherheit.

Da ich Anfänger bin bringe ich auch Geräte bei denen ich mir die technische Restaurierung nicht zutraue zu Kollegen die das Handwerk besser beherrschen als ich.

In jedem Fall vielen dank für die netten Erklärungen ihrerseits.

_________________
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BeitragVerfasst: Sa 18. Okt 2014, 15:46 
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Registriert: Di 31. Dez 2013, 22:58
Beiträge: 59
Wohnort: Mecklenburg- Vorpommern
Mein Ersatzteilbestand besteht bei Kondensatoren aus DDR- "Styroflex- Kondensatoren" aus den 80ern, die meisten 50er Jahre- Geräte, die ich besitze, sind DDR- Geräte, und diese waren zum Teil von Werk aus mit diesen Kondensatoren bestückt worden.
So ist der Einsatz der modernen Kondensatoren da genau richtig, und wäre von den Herstellern auch genau so gemacht worden.

In den 50er Jahre- Radios sind sehr viele Papierkondensatoren, auf alt zu tarnen, wäre wirklich enorm viel Arbeit, und eben... unnötig.

Die wenigen "Konkurrenz- Geräte" aus "dem Westen" bekommen allerdings auch die -bekannt guten- Styroflex- Kondensatoren.

Man kann übrigens auch moderne Kondensatoren von heute nehmen, es gibt auch geeignete BAuformen, die für Ersatzbestückung von der BAuform her geeignet sind, bzw. dafür so hergestellt werden.

Ich sehe jedoch auch oft die Verwendung von Kondensatoren für stehende Montage auf Leiterplatten.
Für die Funktion ist das vollkommen egal.
Kapazität und Spannungsfestigkeit müssen ok sein. (Spannungsfestigkeit darf höher sein).

Unter dem Chassis ist es sowieso nicht zu sehen.

Allerdings: Wenn schon der "optische Stilbruch": Es ist sorgfältige, fachgerechte Montage gefragt.
Bei stehenden Kondensatoren sind auf jeden Fall die Anschlußdrähte zu verlängern.
Dabei ist auf eine absolut einwandfreie Verlötung zu achten ! Das Lötzinn muß beide Drähte umflossen und gebunden haben.
Das ist gar nicht einfach- ich sehe immer wieder gelöste Lötstellen bei diesen Bauformen.

Insbesondere die "WIMA- Klötzer" sind anfällig.
Warum ? Die Dinger sind relativ schwer, und der Klotz schwingt an den "Drahtbeinen".

Stehende Kondensatoren mit Anschlußverlängerung müssen gegen mechanisches Schwingen (Transport, aber auch Eigenschall des Baßlautsprechers) fixiert werden. (1 Tropfen Silikon, ein wenig Heißkleber).

Oft sind nackte Verlängerungsdrähte bei diesen Kondensatoren ein Kurzschluß- Risiko.
Über den Verlängerungsdraht sollte grundsätzlich Rüschschlauch, besser: lötfester Gewebeschlauch, gezogen werden.

Ich untersuche grundsätzlich JEDE solcher Lötstellen mit der Lupe von allen Seiten.
Auch meine eigenen.

Wenn wirklich sorgfältig gearbeitet wird, ist es ist schon richtig: Alltagstauglichkeit und Sicherheit gehen vor.

Ich wünsche ein schönen Sonnabend- Abend !

Edi

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